Warum es in der Sexualität nicht um Erwartungen gehen sollte- sondern um die eigene Lust.
Sexualität ist etwas zutiefst Persönliches. Und doch ist sie in unserer Gesellschaft noch immer geprägt von Unsicherheit, Scham und (unausgesprochenen) Erwartungen. Bilder davon, wie Sexualität „sein sollte“, begegnen uns überall und setzen viele Menschen unter Druck.
Genau hier beginnt mein Anliegen als Sexualtherapeutin.
Ich wünsche mir, dass Menschen einen natürlichen, selbst bestimmten und wertfreien Zugang zu ihrer eigenen Sexualität finden. Einen Zugang, der sich nicht im Vergleichen oder äußeren Maßstäben orientiert, sondern an dem, was sich im Inneren wirklich stimmig anfühlt.
Denn die vielleicht wichtigste Frage ist nicht: Bin ich richtig so? Sondern: Was tut mir gut? Was entspricht mir? Was löst in mir Lust aus?
Der stille Druck, Erwartungen zu erfüllen
In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, wie viele Menschen glauben, nicht zu genügen oder „nicht normal“ zu sein. Häufig steckt dahinter ein innerer Druck, bestimmten Erwartungen gerecht werden zu müssen, in der Partnerschaft, in der Gesellschaft oder durch eigene übernommene Erwartungen.
Dieser Druck kann dazu führen, dass die eigene Wahrnehmung immer leiser wird. Das Lust weniger gespürt und mehr „gemacht“ wird. Das Sexualität sich eher nach funktionieren anfühlt, als nach Lebendigkeit.
Doch Sexualität kennt kein allgemeingültiges Richtig oder Falsch. Sie ist so individuell wie der Mensch selbst.
Und genau deshalb geht es nicht darum, Erwartungen zu erfüllen, sondern darum, die eigene Lust wieder wahrzunehmen und ernst zu nehmen.
Zurück zur eigenen Lust
Die eigene Lust ist nichts was von außen definiert wird. Sie entsteht aus ihnen heraus. Aus ihrem Körper, den Empfindungen und Bedürfnissen.
Doch viele Menschen haben verlernt, diese Signale wahrzunehmen oder ihnen zu vertrauen.
Ein wichtiger Schritt ist daher, sich selbst wieder zuzuhören:
- Was fühlt sich für mich wirklich gut an?
- Wo liegen meine Grenzen?
- Was wünsche ich mir, unabhängig davon, was üblich ist?
Oft liegt der Schlüssel zu mehr Zufriedenheit nicht im besser funktionieren, sondern im Verstehen und Annehmen.
Mut zur eigenen Wahrheit
Mein Anliegen ist es, Mut zu machen.
- Mut, sich selbst zu begegenen
- Mut, über Wünsche und Grenzen zu sprechen
- Und Mut, neue Wege zu gehen, im eigenen Tempo.
Ich bin überzeugt: Wenn wir beginnen, uns selbst wirklich zuzuhören, kann sich auch unsere Sexualität verändern.
Sie kann leichter werden. Lebendiger. Wahrhaftiger.
Es geht nicht darum, jemand anderes zu werden. Sondern darum, mehr bei sich selbst anzukommen – und die eigene Lust als etwas Eigenes, Wertvolles und Wegweisendes zu entdecken.
Herzlich
Alexandra Frei



